Christliche Gebete vom hinduistischen Drucker

Der indische Bischof David berichtet aus seiner Heimat !
(16. November 2004)


Seit zehn Jahren unterhält der Arbeitskreis Indien unserer Gesamtkirchengemeinde eine Partnerschaft mit der evangelischen Kirche im südindischen Tirunelveli. Deren Bischof Jeyapaul David hält sich während einer Europareise für eine Woche in Waiblingen auf. Am Montag, 15. November hat er auf einem Begegnungsabend im Jakob-Andreä-Haus von der Situation in Indien berichtet. Von manchen Problemen der südindischen evangelischen Kirche können die Kirchen hierzulande nur träumen. Laut Bischof David wächst seine Kirche so rasch, dass seine Diözese vor wenigen Jahren geteilt werden musste. Nur zwei Prozent der indischen Bevölkerung sind Christen. Die Kirche von Tirunelveli setzt auf Missionierung, um neue Leute zu erreichen. Sie hat beispielsweise 200.000 Hefte mit Gebeten in Umlauf gebracht.
Dennoch bestehe ein gutes Verhältnis zu den anderen Religionen. So habe der hinduistische Drucker die Produktionskosten der Gebetshefte übernommen. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist der Aufbau von Berufsschulen. "Wenn die jungen Leute eine berufliche Perspektive haben, ist das gut gegen die sozialen Spannungen in meinem Land", sagte David.

In Südindien ist zwar eine High-Tech-Region mit vielen Software-Unternehmen entstanden. Doch neunzig Prozent der Gewinne streichen die internationalen Softwarekonzerne ein, denen die indischen Firmen zuarbeiten. Ein indischer Programmierer verdient nur ein Zehntel seines deutschen Kollegen. Ein weiteres Problem: Der indische Markt wird massenhaft mit Konsumartikeln aus den Industriestaaten überflutet. Einheimische Hersteller mit ihren veralteten Produktionsmethoden haben keine Chance im verschärften Wettbewerb. In Indien gibt es Spannungen zwischen nationalistischen Hindus und Islamisten. David sagt dazu: "Probleme gibt es dort, wo die Religionen für politische Ziele missbraucht werden. Im Großen und Ganzen würden sich die unterschiedlichen Religionen gegenseitig anerkennen. Es ist bei uns seit vielen Jahren ganz normal, dass es in der Verwandtschaft oder unter Arbeitskollegen Hindus, Moslems, Buddhisten und Christen gibt."

Der Arbeitskreis Indien finanziert in Tirunelveli das Altenheim Shalom. Dort leben 25 arme Frauen, denen durch das Altenheim ein Leben auf der Straße erspart bleibt. Der Arbeitskreis Indien freut sich über Spenden auf das Konto 20 20 28 bei der Kreissparkasse
Waiblingen (BLZ 602 500 10), Stichwort: "Heimplätze Tirunelveli"


Christoph Schweizer