Die Orgel der Michaelskirche

Aufwendige Renovierung ist notwendig
 
Hier erhalten Sie Hintergrundinformationen über die notwendigen Renovierungsmaßnahmen, Spenden sind herzlich willkommen.
Spendenkonten finden Sie am Ende des Artikels.





Die heutige Orgel in der Michaelskirche steht in einer langen Tradition: Die Chronik berichtet von einer ersten Orgel aus dem Jahr 1599, die sogar den großen Stadtbrand von 1634 überstand, erst 1730 wurde sie durch ein neues Instrument ersetzt. 1876 erstand die Gemeinde die berühmte ,,Philadelphia-Orgel" der Firma Walcker, deren Gehäuse noch heute die Mitte des Orgelprospekts bildet. Die heutige Orgel wurde 1971 von der Echterdinger Orgelbaufirma Weigle gebaut. Mit ihren 51 klingenden Registern, den 3794 Pfeifen und drei Manualen ist sie die größte Orgel der Michaelskirche und auch die größte im Dekanat. Ihr Farbenreichtum bereichert die gottesdienstliche Musik, im Konzert präsentiert sie sich als "Universalorgel", mit der sich Orgelwerke vom Barock bis zur Moderne darstellen lassen. Durch ihre klangliche Vielseitigkeit ist sie besonders für die romantische Orgelmusik aus Frankreich und Deutschland und für Musik des 20.sten Jahrhunderts geeignet.
 
Weshalb ist eine Renovierung notwendig?

Die Orgel ist durch die Umbaumaßnahmen an der Kirche extrem verstaubt. Die sowieso anstehende Generalreinigung wird durch den Baustaub umso dringender.
 
Bei einer Orgel mit elektrischer Traktur ist es geboten, nach dreißig Jahren die gesamte Elektrik zu erneuern, bevor die abgenutzten Kontakte kaputt gehen und die sichere Funktion des Instruments nicht mehr gewährleistet ist.
 
Abgängiges Pfeifenmaterial muss erneuert werden. Im Zuge dieser Maßnahmen werden dann auch abgenutzte, schlechte Pfeifen ersetzt.
 
Durch die Renovierung hat die Michaelskirche eine neue, sehr schöne Akustik. Der Klang der Pfeifen muss neu darauf abgestimmt werden -"Neuintonation" nennt das der Orgelbauer.
 
Die Renovierung der Michaelskirche, besonders der Decke über der Orgel kann nur dann ganz abgeschlossen werden, wenn die Orgel abgebaut wird und man ein Gerüst aufstellen kann.
 
Was konkret gemacht werden soll:

Die Orgel wird bis auf die Hohe der Windladen komplett abgebaut und eingelagert.

Nach dem Abschluss der Deckensanierung beginnt dann der Wiedereinbau.
Die Windladen werden überarbeitet (Dichtigkeit), Verschleißteile ersetzt.
Die Elektrik der Orgel (Ventilmagnete, Steuerung) wird neu verlegt, am Spieltisch wird eine "Setzerkombination" eingebaut, eine Registersteuerung auf dem heutigen Stand der Technik.

Vor dem Einbau werden die Pfeifen gründlich gereinigt und überarbeitet, repariert oder ersetzt. Wenn der technische Aufbau abgeschlossen ist, folgt die klangliche Anpassung aller Pfeifen an den Raum, die Neuintonation.
Im Zuge dieser Maßnahmen werden auch einige behutsame klangliche Umstellungen vorgenommen, die die schlüssige Disposition der Orgel aber nicht verändern.





Alle diese Arbeiten müssen von Fachleuten in Handarbeit durchgeführt werden, deshalb rechnen wir mit Kosten um 300.000Euro.

Mit staatlichen oder kirchlichen Zuschüssen können wir nicht rechnen, die Summe muss ganz über Spenden finanziert werden, bevor mit den Arbeiten begonnen werden kann. Diese Situation ist in der Geschichte der Orgeln der Michaelskirche nicht unbekannt. Bei jeder Orgelerneuerung mussten Gemeinde und Bürgerschaft zusammenstehen und das Geld für ,,ihre" Orgel sammeln. Ein schönes, mutmachendes Beispiel wird aus dem Jahr 1876 berichtet:

"1876 wurde der Waiblinger Gemeinde eine Orgel angeboten. Bei der Weltausstellung in Philadelphia hatte die Firma Walcker eine schöne und solide Orgel ausgestellt (ausgezeichnet mit einer Preismedaille mit "sehr ehrenvollem Jury-Rapport"). Nachdem weder diese in Amerika verkauft werden konnte noch andere dort bestellt wurden, hatte man das kunstvolle Werk wieder nach Ludwigsburg zurücknehmen müssen. Jetzt stand es für 11000 Mark zum Verkauf, und Waiblingen griff zu. Um den bestehenden Orgelbaufonds von 5600 Mark zur gewünschten Höhe aufzustocken, wurden die Gemeindeglieder gebeten, Darlehen zur Verfügung zu stellen. Die Stiftungspflege bot Schuldscheine zu 100 Mark an. In kurzer Zeit waren sie abgesetzt. Ja, es wurden 500 Mark mehr als benötigt gezeichnet!"
(Quelle: "Ein halbes Jahrtausend Michaelskirche")
 
Wenn es gelingt, die Bedeutung der Michaelskirchenorgel nicht nur als gottesdienstliches Instrument zu begreifen, sondern sie als kulturelles Gut für ganz Waiblingen zu verstehen, dann könnte unser Vorhaben ähnlich gut gelingen wie die Sammlung von 1876.

Die Renovierung der Orgel und die der Kirche sind eng mit einander verbunden, deshalb bitten wir Sie für unsere beiden wichtigen Projekte um Ihre Unterstützung:

Mit Ihrer Teilnahme an den Aktionen für Kirche und Orgel und /oder mit einer Spende auf eines der beiden Konten.
(Bitte geben Sie Ihre Adresse an, damit Ihnen eine Spendenbescheinigung zugeschickt werden kann.)
 
Konto der Kirchenpflege Waiblingen
Stichwort: Orgelrenovierung der Michaelskirche
Konto: 202028
KSK Waiblingen (BLZ 60250010)

Konto der Fördervereins Michaelskirche e.V.
Stichwort Orgelrenovierung oder Kirchenrenovierung
Konto: 330990
KSK Waiblingen (BLZ 60250010)






Kleines Orgelwörterbuch:

Orgelprospekt = von außen sichtbare erste Reihe der Orgelpfeifen und ihr Gehäuse;
Register = Pfeifenfamilie gleicher Bauart;
Traktur = Verbindung von der Taste zum Pfeifenventil;
Manual = Tastatur "mit der Hand zu spielen",
Pedal = "Fußtastatur";
Fußzahl der Pfeifen = Lange der tiefsten Pfeife (C), 7 Fuß sind ca. 30cm;
Windlade = Luftkasten, auf dem die Pfeifen stehen;
Disposition = Zusammenstellung und Anordnung der Register;
Mensur = Verhältnis zwischen Pfeifenlange und Durchmesser, prägt den Klang
 

 
 immanuel.roessler@dont-want-spam.t-online.de